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Gemeinsam lebt es sich besser, wenn Sie Windows 11 vermeiden

erstellt von Greg Farough Published on 05.10.2021 14:39
von Greg Farough — Veröffentlicht am 05. Oktober 2021, 14:39

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Am 5. Oktober wird Windows 11 offiziell veröffentlicht. Diese neue Version des Betriebssystems unternimmt nicht das Geringste, um die lange Tradition von Windows zu überwinden, in der den Nutzern Freiheit und digitale Autonomie vorenthalten bleiben. Auch wenn uns Microsofts diffus ambitionierte Werbeaussagen über Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit ermutigt haben, macht Windows 11 im Hinblick auf die Freiheit der Nutzer entscheidende Schritte in die falsche Richtung.

Microsoft behauptet in seiner Werbung für die neueste Windows-Version, dass "das Leben gemeinsam besser ist", aber technologisch betrachtet gibt es keinen sichereren Weg, die Benutzer voneinander getrennt und machtlos zu halten, als unfreie Software. Die Entwicklung unfreier Software ist von Natur aus ein unsozialer Vorgang, denn es ist eine bewusste Entscheidung für die Schaffung einer ungerechten Machtstruktur, in der ein Entwickler die Benutzer wissentlich machtlos und abhängig hält, und zwar durch Vorenthalten von Informationen. Zunehmend geht es dabei nicht nur um das Zurückhalten des Quellcodes selbst, sondern sogar um grundlegende Informationen darüber, wie die Software funktioniert: was sie wirklich tut, was sie sammelt und wie oft sie die Benutzer ausspioniert. "Ausspionieren" mag dramatisch klingen, aber Windows 11 verlangt nun, dass mit jedem Benutzerkonto zwingend ein Microsoft-Konto verbunden sein muss, was Microsoft die Möglichkeit gibt, das Benutzerverhalten mit der persönlichen Identität des Benutzers in Verbindung zu bringen. Selbst diejenigen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben, sollten vorsichtig sein, wenn es darum geht, ein Unternehmen möglicherweise an all ihren Computeraktivitäten teilhaben zu lassen, noch dazu ein Unternehmen, das wie Microsoft für seine missbräuchlichen Geschäftspraktiken bekannt ist.

Vielleicht haben Sie davon erfahren, dass Tausende von Computern, auf denen Windows derzeit läuft, aufgrund einer Hardware-Inkompatibilität nicht auf Windows 11 aktualisiert werden dürfen. Auf den ersten Blick scheint es sich dabei einfach um die schon erwartete erzwungene Obsoleszenz zu handeln, aber die Wirklichkeit ist viel schlimmer. Windows 11 erfordert jetzt die Verwendung eines kleinen, speziellen Chips auf der Hauptplatine des Computers, der als TPM bezeichnet wird. Werbung und Presse nennen diesen Chip "Trusted Platform Module". Das ist etwas irreführend, denn wenn ein proprietäres Softwareunternehmen einen solchen Chip einsetzt, dann gründet die Beziehung zum Benutzer nicht auf Vertrauen, sondern auf Vertrauensbruch. Würde der Chip dagegen vollständig vom Benutzer kontrolliert, dann könnte das TPM ein nützliches Mittel zur Stärkung der Verschlüsselung und des Datenschutzes sein, aber wenn sich diese Technologie in den Händen von Microsoft befindet, sind wir nicht optimistisch.

Wir gehen davon aus, dass Microsoft seine strengere Kontrolle über die Kryptographie in Windows dazu nutzen wird, Medien und Anwendungen ein strengeres Digital Restrictions Management (DRM) aufzuerlegen und um sicherzustellen, dass keine Anwendung ohne Microsofts Zustimmung unter Windows ausgeführt werden kann. In solchen Fällen ist es nicht mehr angemessen, einen Computer, auf dem Windows läuft, als "persönlichen" Computer zu bezeichnen, da er Microsoft mehr gehorcht als seinem Benutzer. In der Tat ist es eine bittere Ironie, dass Microsoft das Programm, das die Kompatibilität eines Systems mit Windows 11 prüft, als "PC Health Check" bezeichnet. Wir entgegnen, dass ein gesunder PC ein System ist, das die Wünsche des Benutzers respektiert, freie Software ausführt und ihn nicht absichtlich durch heimtückische Datenverarbeitung einschränkt. Ein solcher Computer würde auch niemals die kryptologischen Schlüssel des Benutzers an seine Firmenchefs zurückschicken. Erfindungsreiche Benutzer werden wahrscheinlich einen Weg finden, diese Anforderung zu umgehen, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass die Mehrheit der Windows-Benutzer in ein hinterhältiges Schema der Computernutzung gezwungen wird.

Microsoft weiß, dass sein Videokonferenzprogramm "Teams" nicht die beliebteste App der Welt ist, denn selbst Windows-Nutzer entscheiden sich in der Regel für eine beliebtere (wenn auch höchst problematische) Alternative wie Zoom. Jetzt scheint kein Windows- Nutzer mehr daran vorbeizukommen, denn es hat einen irritierend zentralen Platz in der Benutzeroberfläche erhalten und ist enger in die Verwaltung der persönlichen Kontakte von Windows integriert. Viele Videokonferenzprogramme dieser Art haben durch die Pandemie an Popularität gewonnen. Wir hoffen jedoch, dass die Unbeliebtheit von Teams und sein neu gefundener, unerwünschter Platz in Windows die Benutzer dazu ermutigt, nach Konferenzprogrammen zu suchen, die sie selbst kontrollieren können.

Manchmal merkt man bei Microsoft, dass man nicht ganz so offenkundig unsozial sein sollte. Wir haben bereits mehrfach auf die Heuchelei hingewiesen, die darin besteht, dass Microsoft "Open Source liebt" und "Linux liebt", zwei Arten, freie Software zu erwähnen, ohne den Begriff "Freiheit" beim Namen zu nennen. Gleichzeitig leisten auch Microsoft-Mitarbeiter Beiträge zu freier Software, von denen viele andere profitieren. Dennoch dehnt Microsoft diese Philosophie nicht auf sein Betriebssystem aus und hat in den letzten Jahren versucht, die Art und Weise, wie freie Software "das Leben gemeinsam besser macht", weiter zu beeinträchtigen, indem man kritische Funktionen von Microsoft GitHub von unfreiem JavaScript abhängig machte und die Nutzer auf SaaSS-Plattformen (Service as a Software Substitute) verwies. Indem Microsoft die Freiheit der Nutzer durch Windows angreift und die Freiheit der Free-Software-Community mit unfreiem JavaScript unterwandert, zeigt sich einmal mehr, dass man dort keinerlei Pläne hat, den auf die Nutzer ausgeübten Zwang zu lockern.

Kein Programm, das Sie nicht kopieren, verändern oder weitergeben dürfen, kann die Menschen wirklich so "zusammenbringen", wie es Microsoft behauptet. Zum Glück gibt es "direkt vor dem Fenster" eine echte Gemeinschaft von Benutzern, der Sie und Ihre Lieben sich anschließen können.

Was Sie unternehmen können

  • Bitte geben (oder erneuern!) Sie Ihr Versprechen, Windows nicht zu verwenden, und helfen Sie einem Freund bei der Installation von GNU/Linux, um Microsoft die klare Botschaft zu übermitteln, dass Software, die ihre Benutzer unterjocht, keinen Platz in Windows hat.

  • Sie können den Entschluss fassen, Windows durch ein Betriebssystem zu ersetzen, das aus freier Software besteht, wie z. B. Trisquel oder andere Distributionen des GNU/Linux-Betriebssystems.

  • Wenn Sie sich noch nicht bereit fühlen, den Sprung zu wagen und ganz umzusteigen, können Sie unsere Ressourcen wie das Verzeichnis Freier Software nutzen, um Programme zu finden, die Sie als Ausgangspunkt für Ihre Reise zu freier Software verwenden können.

  • Wenn Sie Schwierigkeiten haben, auf freie Software umzusteigen, oder Ratschläge haben, wie Sie anderen dabei helfen können, hoffen wir, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns ein Feedback zum öffentlichen Entwurf unserer Freedom-Ladder-Kampagne zu geben.

Wir hoffen, dass Sie die Gelegenheit ergreifen, selbst etwas zu ändern, indem Sie sich für den Einsatz und die Verbreitung von Software entscheiden, die die Gemeinschaft und die Zusammenarbeit fördert, anstatt sie einzuschränken. Lassen Sie uns aufhören, kurzfristigen, oberflächlichen Verbesserungen in proprietärer Software nachzujagen, die das Leben scheinbar besser machen, und entscheiden Sie sich stattdessen für freie Software, die einzige Software, die die besten Versionen von uns selbst unterstützen kann.

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