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GPL for Eclipse plug-ins

erstellt von Brett Smith Published on 05.04.2010 10:13

In letzter Zeit ist häufiger die Frage gestellt worden, ob Plug-Ins für die Eclipse Platform unter der GPL Lizenz veröffentlicht werden können. Die kurze Antwort auf diese Frage ist: Dies ist möglich, falls Sie in die Lizenz zusätzlich die Erlaubnis einschließen, Ihr Plug-In mit den notwendigen Bibliotheken, die unter der EPL Lizenz stehen, zu verbinden. Der Rest dieses Textes gibt eine genauere Erklärung, warum diese zusätzliche Erlaubnis notwendig ist und enthält entsprechende Empfehlungen für interessierte Entwickler.

Zunächst ist festzustellen, dass die beiden Lizenzen GNU GPL und Eclipse Public License (EPL) nicht kompatibel zueinander sind. Das bedeutet, dass bei der Veröffentlichung einer Software, die sich aus Codeteilen zusammensetzt, die unter der GPL stehen und anderen, die unter der EPL veröffentlicht wurden, nicht die Lizenzbedingungen beider Lizenzen gleichzeitig eingehalten werden können. Der Grund für den Konflikt zwischen beiden Lizenzen ist die Tatsache, dass die EPL ihre eigenen Bestimmungen zum "Copyleft" definiert. Diese sind nicht so stark wie die der GPL, aber stark genug, um zu einem Konflikt zwischen beiden Lizenzen zu führen. Somit führt die Veröffentlichung einer Software, die Codeteile enthält, die unter der einen Lizenz stehen und Codeteile, die unter der anderen Lizenz stehen, entweder zu einer Verletzung der EPL oder der GPL. Mehr Informationen finden Sie in unserer GPL FAQ zu diesem Thema.

Nachdem wir nun wissen, dass die beiden Lizenzen inkompatibel zueinander sind, ergibt sich die nächste Frage: Sind Eclipse Plug-Ins als eigenständige Arbeiten anzusehen, oder sind sie mit der Eclipse Plattform so eng verwoben, dass die Verbindung von beidem (Eclipse Plattform plus Plug-In) letztendlich als eine einzige Arbeit anzusehen ist. Nach Rücksprache mit der Eclipse Foundation und der Analyse, wie Eclipse Plug-Ins in die Plattform eingebunden werden, sind wir der Meinung, dass die Eclipse Plattform und ihre Plug-Ins eine einzige Arbeit darstellen. Der Grund dafür ist, dass die Plug-Ins einige der Eclipse Bibliotheken nutzen müssen, und die Lizenzbestimmungen für eine solche Nutzung sind die gleichen wie bei der Nutzung einer beliebigen anderen Bibliothek. — In der verlinkten GPL FAQ finden Sie dazu weitere Informationen. Die Frage, die in dieser FAQ diskutiert wird, betrifft eigentlich das Schreiben von Plug-Ins für nicht-freie Programme, aber die gleichen Überlegungen treffen zu, wenn Plug-Ins für ein Programm geschrieben werden, das inkompatibel mit der GPL ist.

Nachdem wir nun festgestellt haben, dass die Ecplipse Plattform mit ihren Plug-Ins als einzige Arbeit anzusehen ist, muss die Lizenz der Plug-Ins folglich kompatibel zu der Lizenz der Plattform selbst sein — und diese ist nicht verträglich mit der GPL. Allerdings können Entwickler, die ein Plug-In veröffentlichen möchten, das unter der GPL steht, dieses Problem dadurch umgehen, dass sie in ihrer Lizenz zusätzlich explizit die Erlaubnis einräumen, ihr Plug-In mit Eclipse zu verbinden. Weitere Informationen und ein Beispieltext wie eine solche Lizenzerweiterung aussehen kann, finden Sie unter dem obigen Link. Beachten Sie, dass alle Copyright Inhaber des Codes, der unter der GPL steht, dieser Lizenzerweiterung zustimmen müssen. Das schließt auch sämtliche Copyright Inhaber von "Third-Party" Codeteilen und Bibliotheken ein, die das Plug-In verwendet. Ohne diese Zunstimmung, kann der Konflikt zwischen GPL und EPL nicht beseitigt werden.

Wir hoffen, dass diese Information zu Klärung der Lizenzproblematik für Eclipse Plug-Ins beiträgt. Entwickler, die darüber hinaus Fragen dazu haben, können sich jederzeit an das "Compliance Lab" der FSF wenden (licensing@fsf.org).

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